FF52: Was ist Tiefenökologie und der Weg des Kreises?

 

FF 52

„Ich sehe die Welt als Geliebte, als Teil meiner selbst. Das entspricht den mystischen Traditionen aller Religionen.“ Joanna Macy

„Unsere Zeit braucht am dringlichsten, dass wir Menschen in uns hineinlauschen und dort die Erde weinen hören.“ Thich Nhat Hanh, Zen-Lehrer
 
„Plötzlich tauchte hinter dem Mond in zeitlupen-artigen Bewegungen von grenzenloser Majestät ein funkelndes, blau-weißes Juwel auf, eine helle, zarte, himmelblaue Kugel, umkränzt von langsam wirbelnden weißen Schleiern. Gemächlich steigt sie empor wie eine kleine Perle aus einem tiefen, dunklen Meer, unergründlich und geheimnisvoll. Du brauchst eine Weile, um zu begreifen, das ist die Erde, unsere Heimat. Mein Blick auf unseren Planeten offenbarte mir einen Schimmer des Göttlichen.“ Edgar Mitchell, US-Astronaut

Im herkömmlichen Umweltschutz beschränken wir uns darauf, Missstände zu beseitigen und die Symptome ökologischer Verschlechterung und Zerstörung zu beheben. Ziel ist vorrangig, für uns Menschen funktionierende Lebensverhältnisse vorzufinden. Im Gegensatz dazu stellt die Tiefenökologie die Glaubenssätze der industriellen Wachstumsökonomie und der Geldfixiertheit grundsätzlich in Frage.
Aus tiefenökologischer Perspektive wird die Erde als ein lebendiger Organismus betrachtet, wie dies in animistischen Kulturen gebräuchlich ist. Darin ist alles Leben miteinander verbunden und voneinander abhängig. Jedem Lebewesen kommt ein Eigenwert zu, der nicht in Geld bemessen werden kann.
Da wir unsere ökologischen und sozialen Probleme nicht durch dieselben Denkmuster lösen können, durch die sie entstanden sind (Albert Einstein), ist eine Herz-Denkschulung (heart mind) erforderlich, wie sie durch die Tiefenökologie vermittelt wird: Akademisches Wissen gründet sich nicht länger lediglich auf Sachlichkeit und Rationalität, sondern schließt Empfinden, Fühlen und die Geisteshaltung mit ein. Dadurch kann sich ein ganzheitliches Denken entfalten, das dazu verhilft, der eigenen Verantwortung gewahr zu werden und, selbständig und gemeinsam mit anderen neue Handlungsarten zu gestalten.
Wir brauchen völlig neue Wege, wie wir unser Wirtschaftssystem gestalten können, damit unser ökonomisches Tun wieder im Einklang mit der Natur geschieht.

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ff52 03.04.2014 4.15095 mb