Beiträge

Strategies for sustainable land management in mountain areas (SLAMA)

Interessensbekundung für ein Integriertes Projekt im 6. EU-Rahmenprogramm. Seit vielen Jahren hat die Bundesanstalt für Bergbauernfragen als Projektpartner, vor allem bei Forschungsprojekten des EU-Rahmenprogramms, an internationalen Forschungsprojekten teilgenommen. Dabei stehen stets Fragestellungen der Forschungsprioritäten des Institutes, der Erforschung der Entwicklungsbedingungen der Berggebiete und der Ländlichen Entwicklung, im Vordergrund (siehe auch internationale Forschungsaktivitäten der Bundesanstalt für Bergbauernfragen).

Auf grund der umfangreichen internationalen Kontakte und der Anregung von ausländischen Forschungskollegen hat die Bundesanstalt für Bergbauernfragen im Rahmen der Vorbereitung auf das 6. EU-Rahmenprogramm für Forschung, Technologie und Entwicklung (call EOI.FP6.2002) einen Vorschlag für ein Integriertes Projekt erarbeitet und fristgerecht vor dem 7. Juni 2002 bei der EU-Kommission eingereicht.

Das darin vorgeschlagene Integrierte Projekt mit dem Titel „Strategies for sustainable land management in mountain areas“ (SLAMA) beabsichtigt die europäische Expertise zu dieser Thematik zusammenzuführen und in einem umfassenden mehrjährigen Forschungsprojekt eine Reihe von relevanten Fragen der Berggebietsforschung in einem europäischen Vergleich zu bearbeiten. Damit sollen wesentliche zusätzliche Erkenntnisse und qualitative Verbesserungen der Forschung zur Nachhaltigen Entwicklung der Berggebiete in Europa erzielt werden. 

Die Grundüberlegung für diesen Projektvorschlag geht von einer europa- und weltweit in den letzten Jahren intensivierten Debatte zu Fragen der Berggebietsforschung aus, die in der Deklaration des Internationalen Jahres der Berggebiete 2002 durch die UNO ihren deutlichsten Ausdruck gefunden hat. Einem integrierten Forschungsansatz entsprechend konnten europäische Forscher aus 29 Forschungseinrichtungen in diese Interessensbekundung einbezogen werden, welche als Spitzenforschungsinstitute einen beträchtlichen Teil der relevanten Expertise umfassen und Forscher aus allen größeren Berggebieten Europas, einschließlich der EU-Beitrittskandidaten, einbeziehen. Zusätzlich zu den Forschern aus 15 Ländern haben auch internationale Organisationen der Berggebietsentwicklung ihre Mitwirkung an diesem umfassenden Forschungskonzept zugesagt. Damit wird auch eine stärkere Verbindung zur globalen wissenschaftlichen Auseinandersetzung ermöglicht werden.

  • Zu den Partnern dieses Projektvorschlages zählen:
  • führende Berggebietsinstitute Europas (u.a. das neue Berggebietsinstitut in Chambéry, Frankreich, das Center for Mountain Studies in Schottland, die französischen Forschungsinstitute Cemagref und INRA, das Alpenforschungsinstitut in Deutschland, die Polish Society of the Development of Mountain Areas usw.)
  • internationale Institutionen wie European Mountain Forum, Euromontana und Carpathian Ecoregion Initiative
  • und führende Forscher der Berggebietsentwicklung, u.a. Martin Price (UK), Gilles Bazin (F), Igor Lysenko (UK), Francoise Mees (CH), Bernard Lehmann (CH), Philippe Masure (F)
  • Forscher aus 15 verschiedenen Ländern Europas, einschließlich der EU-Beitrittskandidaten 
  • Eine Reihe von Partnern, die in früheren EU-Projekten in verschiedenen Projektkonsortien bzgl. der Berggebietsentwicklung zusammen gearbeitet haben.

Das Integrierte Projekt ist für eine Laufzeit von rund 4 – 5 Jahren vorgesehen und wird neben der Arbeit in 6 thematischen Arbeitsgruppen umsetzungsrelevante Pilotaktionen zur Demonstration von beispielhaften Strategien nachhaltiger Entwicklungsinitiativen im Berggebiet beinhalten. Die 6 Arbeitsgruppen, die in Abstimmung mit den Projektpartnern erarbeitet wurden, beziehen sich auf folgende Themenbereiche:

  • Verbesserung der Datengrundlagen und räumlich differenzierte Analysen
  • Multifunktionalität und Landnutzung in Berggebieten
  • Integration von Umweltbelangen in Berggebietspolitiken
  • Institutionelle Entwicklung und Nachhaltigkeit,
  • Beteiligung und Berggebietsinitiativen
  • Sozio-ökonomische Entwicklung und Beziehung zu nicht-Berggebieten

Die mit dem Projekt initiierte stärkere europäische Zusammenarbeit ist vor allem hinsichtlich der räumlichen Entwicklung im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung und der Diskussion nachhaltiger Entwicklungsstrategien anlässlich des Johannesburg-Gipfels von aktueller Bedeutung.

Dieser Vorschlag für ein umfassendes Integriertes Projekt, das die Unterstützung und die aktive Mitwirkung der maßgeblichen Forscher der Berggebietsentwicklung Europas beinhaltet, stellt einen wesentlichen Beitrag zur Strategie des Europäischen Forschungsraumes und einen bedeutenden Schritt hin zu einem Europäischen Zentrum der Berggebietsforschung dar. Die EU Kommission beabsichtigt die eingegangenen Interessensbekundungen im September zu veröffentlichen und nach einer Bewertung der Vorschläge gezielte Projektthemen des 6. Rahmenprogramms noch im Herbst 2002 auszuschreiben.

Verantwortlicher: Thomas Dax