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BF058/91: Neue Agrartechnologien und ihre Dynamik im Rahmen der Politikinstrumente von EG und GATT

Teilstudie: Entscheidungsgrundlagen für eine Positionierung des Ökologischen Landbaus zu den Methoden und Anwendungen der Gentechnolgie

Zielsetzung

Agrartechnologien und ihre dynamische Entwicklung bedingen in weiten Bereichen Form und Inhalt der Politikinstrumente und -maßnahmen im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft und im Rahmen des internationalen Agrarhandels. Dieser Zusammenhang erfolgt nicht nur eindimensional in einer Richtung, sondern erzeugt auch Rückwirkungen, die eine gewisse Steuerungsmöglichkeit innerhalb dieses Wechselspiels vermuten lassen. Ziel ist es, Bezüge unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche, die mit den neuen Agrartechnologien verbunden sind, herzustellen und den Konnex zwischen dem Wissenschafts- und Technologiesektor, dem Wirtschaftssektor und dem Sektor von Politik und Verwaltung in ihren unterschiedlichen Anforderungen und Zielsetzungen darzustellen. Es sollen somit divergierende und konvergierende Sichtweisen und Standpunkte und deren Politikkonsequenzen kommentiert bzw. auf möglichst ursächliche Zusammenhänge zurückgeführt werden, um u.a. auch Österreichs besondere Problemlagen besser beurteilen und um möglichst vorausschauend im Rahmen internationaler Beziehungen reagieren zu können.

1995 wurde in Kooperation mit der Professur Ökologischer Landbau ein Projekt zur Abgrenzungsproblematik zwischen dem Ökologischen Landbau und den Anwendungen und Methoden der Gentechnologie konzipiert. Dieses Kooperationsprojekt wurde im BMLF von der Professur Ökologischer Landbau eingereicht .

Der Ökologische Landbau ist in die soziale, ökologische und technologische Weiterentwicklung des Bereiches der gesamten Landwirtschaft eingebettet. Dies erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Positionierung des Ökologischen Landbaus im Gesamtsystem Landwirtschaft. Insofern müssen Richtlinien des Ökologischen Landbaus dem „Fortschritt“ Rechnung tragen und somit laufend adaptiert werden, ohne daß dabei die Leitideen des Ökologischen Landbaus außer acht gelassen werden.

Haben viele Institutionen/Verbände des Ökologischen Landbaus (IFOAM, deutsche Verbände, Österreichischer Demeterbund) gegenüber der Anwendung gentechnischer Methoden bzw. von Produkten, die mit gentechnischen Methoden erzeugt worden sind, durch ein Verbot eine klare Position bezogen, so ist in der EU-Verordnung zum Ökologischen Landbau 2092/91 ein Verbot von gentechnisch verändertem Saatgut, Jungpflanzen und dgl. nicht verankert bzw. im Entwurf zur Tierhaltungsrichtlinie nicht vorgesehen. Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung ist die Möglichkeit der Verwendung gentechnisch veränderter Mikroorganismen und deren Produkte (Zusatzstoffe) bei einem entsprechenden Zulassungsverfahren vorgesehen.

Aufgrund dieses Normierungswiderspruchs erscheint es für den Ökologischen Landbau in Österreich dringend notwendig, wissenschaftlich fundierte Abgrenzungskriterien auf Basis der Grundlagen und Prinzipien des Ökologischen Landbaues zu entwickeln, aber auch einen möglichen Handlungsbedarf entsprechend der möglichen Kriterien aufzuzeigen. Es ist für den Ökologischen Landbau von besonderer Bedeutung, gegenüber den ökologisch wirtschaftenden Bauern\-bäuerinnen aber auch gegenüber den (Bio-)KonsumentInnen eine wissenschaftlich fundierte Argumentationsbasis vorzuweisen, um eventuelle zukünftige Marktstörungen prospektiv auszuschließen. Insbesondere soll auch der Sensibilität der KonsumentInnen von ökologischen Erzeugnissen gegenüber gentechnologischen Veränderungen bei Nahrungsmitteln bzw. den Inhaltsstoffen erhöhte Aufmerksamkeit zukommen.

Projekt

abgeschlossen